Ein Autodach ohne Form
Die italienische Firma Caracol hat mit dem türkischen LFAM Center ein komplettes Sportwagendach per Roboter-3D-Druck hergestellt – ohne die sonst üblichen, teuren Formen. 27 Stunden Fertigung, 40 Prozent schneller als konventionell. Das zeigt, wohin die Großformat-Additive Fertigung (LFAM) steuert.
Vom Filament zum Dach
Das 30 Kilo schwere Dach wurde mit Caracols roboterbasierter Plattform „Heron“ aus ABS mit 20 % Kohlenstofffasern gedruckt. Eine 5-mm-Düse ermöglichte den schnellen Materialauftrag. Das Ergebnis: eine monolithische Struktur – ein einziges Teil ohne Klebe- oder Schraubverbindungen. Verstärkungsrippen und Referenzpunkte für die Nachbearbeitung wurden direkt beim Druck integriert.
Für die Oberfläche brauchte es dann doch klassische Handarbeit: Innenseite mit Fiberglas verstärkt (gegen die Anisotropie), dann Spachteln, Lackieren, Polieren. Das Endergebnis soll mechanisch auf dem Niveau von Blechbauteilen liegen.
Beeindruckend, aber nicht für zu Hause
LFAM mit Industrierobotern ist eine andere Liga als unser Desktop-Druck. Aber das Prinzip der hybriden Fertigung – 3D-Druck plus gezielte Nachbearbeitung – lässt sich durchaus übertragen. Auch bei kleineren Projekten kann Schleifen, Lackieren oder Verstärken mit Epoxi die mechanischen und optischen Eigenschaften massiv verbessern. Wer seine gedruckten Teile auf das nächste Level bringen will, unterschätzt oft, was gute Nachbearbeitung ausmacht.